Jahresbericht 2007

Der Jugendchor 2000 startete gemeinsam mit dem Männerchor und dem Chor 84 feucht-fröhlich auf Lothars Geburtstagsfeier in das Jahr 2007.

Da wir uns in der Adventszeit ausschließlich auf Weihnachtslieder konzentrierten, fiel es uns schwer, für Lothar etwas Besonderes zu bieten. Wir machten aus unserer Not eine Tugend und dichteten ein Weihnachtslied für ihn um. Dieses kam bei Lothar und seinen Gästen sehr gut an.

Bis zu den Osterferien hatten wir explizit keinen Auftritt, sondern nutzten die Zeit, um unser Repertoire um einige anspruchsvollere Stücke zu erweitern. Resultat diese Zeit waren „Fields of gold“ von Sting, „Nothing’s gonna change my love for you“ von George Benson, „Let me entertain you“ von Robbie Williams und “It’s raining men” von den “Weather Girls”.

Das alljährliche Musikschulkonzert des Fachbereich Pop am 22.04. im Kleinkunstsaal war für uns eine gute Gelegenheit, diese Songs einem fachmännischen Publikum zu präsentieren.

Das Open-Air-Konzert am 16.05. auf der Sport- und Freizeitanlage in Münster-Breitefeld war für uns ein Erlebnis der ganz besonderen Art: starker, monsunartiger Regen zwang sowohl die Veranstalter, die Chöre des AGV „Eintracht“ Münster, als auch uns zur Improvisation. Mit unseren roten Polo-Shirts waren wir zu sommerlich gekleidet, also sangen wir mit zittrigen Stimmen auf einer notdürftig überdachten Bühne, begleitet von einem E-Piano, das vom plätschernden Regen übertönt wurde, vor einem Publikum, das höchstens aus den teilnehmenden Chören bestand.

Trotz allem war die Stimmung gut und die ungewohnt lockere Begegnung mit den anderen Chören war für uns eine interessante Erfahrung. Da dies die erste Veranstaltung dieser Art von der Eintracht Münster war und der Spaß eigentlich nur durch das unglaublich schlechte Wetter getrübt wurde, sicherten wir den Veranstaltern unsere Unterstützung für eine Neuauflage im nächsten Jahr zu.

Am 28.05. sangen wir auf der Silberhochzeit der Familie Roggenhofer im Bürgerhaus Weiskirchen. Mario konnte damit seinen Eltern, die absolute Fans unseres Chors sind, einen großen Wunsch erfüllen. Und wir haben es kaum geschafft, alle Kuchen durchzuprobieren. Hochzeiten sind doch etwas Feines!

Am 01.07. nahmen wir gemeinsam mit den anderen Chören der Sängerlust und vielen anderen Vereinen am Festzug anlässlich des 100jährigen Jubiläums des FC Teutonia Hausen teil. Unsere Motivation war so groß, dass wir nicht nur – wie geplant – auf der Festbühne, sondern auch schon während des Umzugs das ein oder andere Lied anstimmten.

Nach den Sommerferien begann für uns die reinste Südhessen-Tournee: Von Ende September bis zum Weihnachtsfest hatten wir insgesamt zwölf Auftritte, die alles von uns abverlangten. Angefangen mit zwei Auftritten zum 35jährigen Bestehen des Isenburg-Centers in Neu-Isenburg, zu denen wir jeweils ein abwechslungsreiches, einstündiges Programm präsentieren sollten.

Die wenigen Proben, die wir von den Sommerferien bis zu dem ersten Auftritt am 29.09. hatten, reichten zur Vorbereitung kaum aus. Den Musikwusch des Veranstalters, „Happy Birthday“ von Stevie Wonder, konnten wir aber trotzdem erfüllen.

Die Auftritte am 30.09 bei einem Stipendiatenkonzert der Musikschule und am 03.10. im Heimatmuseum Obertshausen konnten wir leider nur halbherzig, jedoch souverän-routiniert „abarbeiten“, da der zweite Isenburg-Center-Auftritt am 06.10. für uns höchste Priorität hatte.

Da unser Chorleiter Peter Krausch Angestellter der Musikschule Obertshausen ist, und diese in den Ferien geschlossen ist, findet in dieser Zeit auch keine Chorprobe statt. Dies ist soweit auch ganz sinnvoll, da wir in unserem Chor ja auch einige Schüler haben, die in den Ferien Urlaub machen möchten.

Kurzum hatten wir nach diesen Auftritten wieder keine Chorproben, da zwei Wochen Herbstferien ins Haus standen. Uns fehlte somit wieder einmal kostbare Zeit, die kommenden Auftritte vorzubereiten.

Trotzdem haben wir es geschafft, beim Chorkonzert „Hausen singt“ am 04.11. im Bürgerhaus Hausen wenigstens ein ganz neues Lied zu präsentieren: „Mädchen, lach’ doch mal“ von den Wise Guys. Da das Publikum unsere anderen Songs, die wir im Frühjahr einstudiert hatten, ebenfalls noch nicht kannte, ließen wir uns den Stress nicht anmerken und präsentierten uns von der besten Seite.

Auch bei dem umfangreichen Konzert „Chor für Chor“ am 10.11. im Büsing-Palais in Offenbach konnten wir musikalisch punkten, da wir unsere Hausaufgabe „sing mal wieder Big band“ mit einem „Di-de-lidelitz“ und etwas Improvisation recht gut erfüllten. Leider konnten wir die Veranstaltung, an der 16 Chöre aus dem Rhein-Main-Gebiet teilnahmen, nicht richtig genießen, da wir an diesem Tag sowohl vor der Veranstaltung mit persönlichen Verpflichtungen als auch nach dem Auftritt mit einem weiteren Auftritt eingeschränkt waren. Nachdem uns im Backstage-Bereich mit Kaffee und Kuchen gestärkt hatten, reisten wir gleich weiter nach Lämmerspiel zur Familie Iske. Jaquelines Eltern feierten nämlich die „doppelte Vierzig“ und wünschten sich so sehr einen kurzen Auftritt des Jugendchors, dass wir gar nicht nein sagen konnten. Auch dort gab es wieder ein reichhaltiges Buffet, das uns für die Strapazen, die wir auf uns genommen hatten, entschädigte.

Danach hatten wir dann genau drei Proben Zeit, um unser Weihnachtsrepertoire wieder aufzufrischen. Da wir im letzten Jahr sehr viel Zeit in neue Weihnachtslieder investierten, mussten wir in diesem Jahr nur noch einmal alles durchgehen und unsere neuen Chormitglieder anlernen. Die Zeit reichte aber leider nicht, um für das Isenburg-Center ein einstündiges, reines Weihnachtsprogramm zu liefern. Da unser Auftritt am 30.11. war, also noch vor dem ersten Advent, argumentierten wir damit, dass die Leute vielleicht auch noch ein paar „normale“ Songs hören wollen. Beim Publikum kam diese Mischung übrigens sehr gut an.

Am 02.12. sangen wir auf dem Adventsmarkt in Hausen. Ein Auftritt, der für uns eine gewisse Tradition darstellt, da wir seit Peters Engagement bisher jedes Jahr dort vertreten waren. Wir hatten Glück, dass wir unseren Auftritt noch vor dem großen Unwetter hatten, sonst wäre er regelrecht „ins Wasser gefallen.“

Die Weihnachtsfeier des Vereins Sängerlust 1883 Hausen stellte für uns eine wahre Erholung dar. Am Buffet durften wir uns kostenlos bedienen, da wir im Jahr 2007 mal wieder keine Spesen für den Verein verursacht haben.

Unser nächster Auftritt im Isenburg-Center, am 20.12., war für uns Routine. Da wir mittlerweile alle Weihnachtslieder aus dem letzten Jahr aufgearbeitet hatten, war dieser Auftritt trotz des Weihnachtstrubels sehr erfolgreich.

Der Firma ECE, die das Isenburg-Center verwaltet, können wir sehr dankbar sein. Mit der Gage, die wir für die vier Auftritte im Isenburg-Center bekommen haben, konnten wir einen großen Teil unserer Kosten decken.

So nah an Weihnachten hatten wir noch nie einen Auftritt: am 22.12. gastierten wir noch im Main-Taunus-Zentrum, da speziell für diesen Tag – dem letzten Einkaufstag vor Heiligabend – eine umfangreiche Weihnachtsshow mit gesanglicher Untermalung angesetzt war. Leider war die Veranstaltung nicht ganz so gut durchdacht: die Bühne war im Freien, so dass wir auch mit dem dicksten Wintermantel, Stiefel, Schal und Mütze während den Showeinlagen elendig froren. Die Leute waren auch leider so sehr mit Einkaufen beschäftigt, dass unser Gesang und die Darbietungen nicht richtig gewürdigt wurden. Da wir uns im Vorfeld schon solche Probleme ausgemalt hatten, konnten wir uns schon gut darauf einstellen.

So beendeten wir mit gemischten Gefühlen das – alles in allem – erfolgreiche Chorjahr 2007.

Für das Jahr 2008 haben wir uns vorgenommen, ein Probewochenende zu organisieren. Dies findet am 16.-18.05. in Miltenberg statt.

Ansonsten plant Peter eine Musical-Show, bei der wir ihn sowohl als Chor als auch mit Sologesang unterstützen möchten. Die Show „Musical meets Movie“ findet am 16.06. im Bürgerhaus statt.

Ein Langzeitziel ist es, an einem Chor-Wertungssingen teilzunehmen. Ein Termin oder ein konkreter Wettbewerb stehen aber noch nicht fest.

Jahresbericht 2006

Unseren ersten Auftritt im Jahr 2006 hatten wir am 22.01. beim Neujahrsempfang der Stadt im Bürgerhaus. Bürgermeister Bernd Roth hatte uns nach unserem eigenen Konzert und „Hausen singt“ zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen. Da der Neujahrsempfang durch viele Reden und Vorträge recht langweilig werden kann, haben wir mit unseren Einlagen die Stimmung erheblich aufgelockert.

Am 29.04. fand im Bürgerhaus das Konzert „Lieder für die Seele“ mit Johannes Kalpers statt, an dem wir uns durch Empfang und Einlasskontrolle beteiligten.

Das alljährliche Musikschulkonzert des Fachbereichs Pop am 30.04. ließen wir uns auch im Jahr 2006 nicht entgehen. Mit zwei Liedern bildeten wir einen gelungenen Abschluss zu einem gutbesuchten Konzert.

Viel Zeit und Geduld investierten wir in „Gott – ein Musical“, an dem wir unter der Leitung von Peter Krausch gemeinsam mit dem Jungen Chor St. Josef und dem Chor „Rejoice“ aus Rödermark mitwirkten. Die Musikstücke, die von Peter und Freunden aus der Andreasgemeinde in Niederhöchstadt geschrieben und arrangiert wurden, haben wir in den regulären Chorproben im Februar und März kennen gelernt und einstudiert. Parallel dazu haben Solisten, Band, Schauspieler und Tänzer aus Niederhöchstadt geprobt. Im April wurden dann innerhalb von drei Wochenenden die einzelnen Gruppen zusammengeführt und das Bühnenstück in einer Turnhalle in Niederhöchstadt im Gesamten geprobt. Da wir zur Entlastung die zusätzlichen Probetermine mit den anderen beiden Chören aufgeteilt haben, haben wir diese relativ spät kennen gelernt und gemeinsam geprobt. Das hat dann aber bei der Generalprobe am 19.05. und letztendlich bei der ersten und bisher einzigen Aufführung am 20.05. in der Jahrhunderthalle in Höchst sehr gut funktioniert. Das Musical war ein großer Erfolg, die Halle war bis auf den letzten Platz belegt, die Stimmung auf, vor und hinter der Bühne war spitzenmäßig. Das Musical soll wegen des großen Erfolges im Jahr 2007 mit mehreren Aufführungen wiederholt werden; Termine oder genauere Planung sind allerdings noch nicht bekannt.

Beim Sommerfest der Sängerlust Hausen am 02.07. halfen wir durch Arbeitsdienst bei Getränkeverkauf, Essensausgabe und Kinderbetreuung.

Am letzten Schultag vor den Sommerferien (14.07.) nahmen wir die Songs „You make me feel like dancing“ und „Christmas way“ in Peters Heimstudio auf. Dabei wurden die Gesangsstimmen getrennt voneinander aufgenommen, wobei der Alt direkt nach der Zeugnisausgabe in Peters Studio eintraf und der Bass bis spät abends durchhalten musste. Die Arbeit im Studio war für alle Beteiligten eine interessante Erfahrung. Die Aufnahmen sind recht gut geworden und werden nun für Bewerbungen verwendet. Die Stücke können auf der Homepage im MP3-Format abgerufen werden.

Das Altstadtfest des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Mühlheim am 16.07. bildete einen gelungenen Abschluss des ersten Halbjahres 2006. Die Veranstalter waren von unserem Gesang begeistert und haben uns daher für zukünftige Veranstaltungen schon vorgemerkt.

Nach den Sommerferien frischten wir unser Repertoire auf, das durch unsere kleineren Auftritte, die Musicalproben und die Studioaufnahmen ein bisschen in Vergessenheit geraten war. Außerdem wagten wir uns an zwei schwierigere Stücke, „Somebody to love“ und „Sweet home Alabama“.

Michael Becker, Vorsitzender des Künstlerkreises, engagierte uns ganz kurzfristig zur musikalischen Untermalung der Vernissageeröffnung im Rathaus Hausen. Für Peter war der Termin zu kurzfristig, so dass wir unter der Leitung von Tobias Roth sangen. Leider mussten wir auf die Klavierbegleitung verzichten, was jedoch das Publikum nicht im Geringsten störte. Noch während der Veranstaltung wurden wir für die Vernissage 2007 engagiert und von der Bürgermeisterin der französischen Partnerstadt Ste. Geneviève des Bois herzlich zu einem Besuch eingeladen.

Lothar meldete den Jugendchor bei der Aktion „Klingelnde Vereinskasse“ der Firma Holzland Becker an, bei der wir durch (über-)motivierte Teilnahme an der Online-Abstimmung immerhin 500 Euro erhalten haben. Die Spende soll für einen weiteren Satz Polo-Shirts und für Chorwettbewerb-Anmeldegebühren verwendet werden.

Das Chorwochenende 2007 verbrachten wir vom 27. bis 29.10. in der Jugendherberge „Hohe Fahrt“ in Vöhl am Edersee. Wir nutzten diese zusätzliche Probezeit zur Vorbereitung einiger Weihnachtslieder. Der Aufenthalt in der Jugendherberge war nicht so gemütlich und familiär wie in dem Selbstversorgerhaus, in dem wir 2005 waren, da wir durch starre Essenzeiten zu sehr an das Haus und die Gastgeber gebunden waren.

Am 5.11. eröffneten wir mit vier Liedern das alljährliche Chorkonzert „Hausen singt“. An diesem Abend traten wir mit der bisher größten Besetzung von 17 Sängerinnen und 7 Sängern auf. Auch die Liedauswahl ließ eine Steigerung zu den Vorjahren erkennen.

Zum Abschluss einer Ausstellung zum Thema „Traditionsreiche Vereine in Obertshausen“ nahmen wir gemeinsam mit dem Chor 84 am 26.11. an einer Matinee im Karl-Mayer-Museum teil. Obwohl die Räume des Museums sehr klein sind und daher nur wenige Zuhörer zuließen, war die Begeisterung sowohl bei den Gästen als auch bei den Sängerinnen und Sängern groß. Dieser Auftritt gab uns die Möglichkeit, nach längerer Zeit ein paar „Klassiker“ wie „More than words“ und „Parkplatzregen“ zu präsentieren.

Im Dezember hatten wir sechs vorweihnachtliche Auftritte, die viel vorbereitende Organisation und Disziplin verlangen. Die Adventsmatinee der Musikschule am 3.12. war dazu quasi die Generalprobe: Obwohl die Weihnachtslieder in der vorhergehenden Probe noch nicht alle perfekt waren, trauten wir uns auf die Bühne und gaben ein recht gutes Konzert.

Am 6.12. sangen wir auf der Senioren-Weihnachtsfeier im Bürgerhaus. Leider wurde unser Gesang durch die abräumenden Kellner und die ersten Rotkreuz-Transporte nicht richtig gewürdigt.

Am 7.12. übernahmen wir einen Auftritt des Chor 84 auf der Weihnachtsbühne im Isenburg-Zentrum. Dort konnten wir ein bunt gemischtes Programm bieten, das den Zuhörern und auch dem Center-Management sehr gut gefiel, so dass wir für das nächste Weihnachtsprogramm schon fest eingeplant werden.

Bei der vereinsinternen Weihnachtsfeier konnten wir unsere neuen Weihnachtslieder, die wir während des Chorwochenendes kennen gelernt und bis Anfang Dezember einstudiert haben, unseren Vereinskollegen präsentieren. Das Interesse an der Weihnachtsfeier war im Vergleich zu den letzten Jahren bei uns deutlich größer, so dass wir im Jahr 2007 auch gerne bei Organisation und Vorbereitung helfen würden.

Am 10.12. sangen wir auf dem Hausener Weihnachtsmarkt vor dem Kapellenhof. Die spontane Kleiderordnung „schwarze Jacke, roter Schal“ wurde sehr gut umgesetzt und wird bei kommenden winterlichen Open-Air-Auftritten wieder aufgegriffen.

Der Hessische Rundfunk veranstaltete am 16.12. im Funkhaus in Frankfurt einen öffentlichen Weihnachtsmarkt, bei dem wir auf der Showbühne die Moderatorin Michaele Scherenberg mit auflockernden Gesangseinlagen unterstützten. Dieser Auftritt war zwar sehr anstrengend, da wir über zwei Stunden ruhig auf der Bühne stehen und die lähmenden Interviews mit Standbesitzern ertragen mussten, er führte aber auch dazu, dass uns der Hessischen Rundfunk auch im Jahr 2007 zu solchen kulturellen Veranstaltungen engagieren möchte.

Die Sängerinnen und Sänger des Jugendchors waren dann heillos froh über die Weihnachtsferien, in denen sie sich von überstrapaziertem Chorgesang und nervigen Weihnachtsliedern einigermaßen erholen konnten.

Das Jahr 2007 startete für den Jugendchor schon gleich wieder am 4.01. mit Lothars Feier zum 70. Geburtstag, auf der wir zu seiner Ehre ein Ständchen brachten.20

Jahresbericht 2005

Im Januar 2005 hatte der Jugendchor einen Auftritt im Kreishaus in Dietzenbach. Es hätte eigentlich ein ganz ruhiger, bedeutungsloser Auftritt werden können, wenn die Veranstalter nicht die Auflage gemacht hätten, dass sich der Chor – wie auch einige andere Vereine und Gruppierungen – seine Tätigkeit dem Publikum vorstellen muss. Also mussten wir uns ein paar Gedanken machen: Wo, wann und wie häufig treffen wir uns? Was machen wir im Chor? (…) Weshalb singen wir im Chor? Wie sehen unsere Zukunftspläne aus?

Ja, die ersten Fragen gingen ja noch, das Warum und die Zukunft sahen allerdings sehr übersichtlich aus…

Das Warum lässt sich vielleicht noch erklären: Wir haben alle Interesse an der Musik, einige von uns singen auch leidenschaftlich gerne. Aber reicht das aus, um sich Woche für Woche zu treffen und auch wirklich Spaß dabei zu haben? Mir fiel auf, dass ich – obwohl ich schon mehr als ein Jahr zur Chorprobe kam – gerade einmal drei Personen so einigermaßen kannte, von einigen wusste ich nicht einmal den Nachnamen oder das grobe Alter.

Ja, und über die Zukunft ließ sich nur sagen, dass wir uns zum ersten Mal zu einer gemeinschaftlichen Unternehmung nach diesem besagten Auftritt verabredet hatten – wir besuchten die Kegelbahn hier im Hause. Wir haben uns endlich mal länger als 10 Minuten unterhalten und hatten viel Spaß. Tobias, der im Dezember neu in den Chor gekommen war, erzählte uns, dass es sich für ihn kaum lohne, jeden Mittwoch aus Hainhausen nach Obertshausen zum Chor zu kommen. Wir waren alle ein bisschen schockiert über diese Aussage, nach kurzer Überlegung konnten wir das Problem aber nachvollziehen, denn es war wieder genau die Frage nach dem Warum. Ich sagte zu ihm „Tobi, es lohnt sich immer!“

Eine Woche später, zur normalen Chorprobe, war die Aufregung sehr groß: „Robert, sag doch mal, was heißt denn ‚Telsi’?“ – ich hatte einige Tage vorher per E-Mail angekündigt, eine Initiative namens „Telsi!“ zu gründen. Die Neugier und Spannung war so groß, dass nach der Chorprobe acht Personen im Schanz in Mühlheim um mich herum saßen, um das Rätsel zu lüften. Ich sagte nur „Tobi, es lohnt sich immer!“, und damit war die „Telsi!“-Initiative gegründet – mit Schnitzel, Salat, Bier und Cola. Unser Ziel war ganz klar: wir müssen jede Woche für den Tobi einen neuen Grund liefern, weiterhin den langen Weg vom Rodgau bis hierher zu bestreiten, denn es lohnt sich immer! In den folgenden Wochen gingen wir gemeinsam Döner essen, Bowling spielen, besuchten verschiedene Kneipen, gingen gemeinsam ins Kino und feierten bei verschiedenen Chormitgliedern zu Hause. Auch zu Geburtstagsfeiern war der gesamte Chor eingeladen. Als absolutes Highlight sind wir, d.h. ein Teil des Chors –  im Sommer gemeinsam auf der Lahn Kanu gefahren, über drei Tage mit Zelten und Gitarre.

Das wäre aber ohne die moderne Technik nicht so einfach zu bewerkstelligen gewesen: Neben einem SMS-Verteiler, der über die aktuellen Neuigkeiten informiert und regelmäßigen E-Mails, die über das Geschehene berichteten, richteten wir für den Chor und „Telsi!“ eine Homepage ein, die schon bald von den Chormitgliedern und später auch von Freunden und Fans – schon fast euphorisch – genutzt wurde. Mittlerweile umfasst die Seite 1000 Fotos, 800 Gästebucheinträge und ca. 20 vorgeschlagene Termine und wird fast 30 Mal täglich aufgerufen, insgesamt 4900 Besucher waren seit März 2005 – also einem Jahr – auf der Homepage.

Durch den großen Zusammenhalt wurden auch unsere musikalischen Leistungen immer besser: Wir hatten einen Gastauftritt bei einem europaweit bekannten Queen-Musical, bei dem wir beim großen Finale die letzten beiden Songs unterstützten. Das Erlebnis war so prägend, dass wir heute noch davon schwärmen und guten Kontakt zu „MerQury“, der Queen-Cover-Band, halten und regelmäßig deren Konzert besuchen.

Dann hatten wir einen Auftritt bei der GOAB, einer Offenbacher Ausbildungsgesellschaft, die ihr 20jähriges Jubiläum feierte. Die Geschäftsleitung kannte uns vom Neujahrsempfang und war positiv von unserer Entwicklung innerhalb eines halben Jahres überrascht.

Das musikalische Highlight des Jahres bildete unser Chorwochenende, das zum ersten Mal nach fünf Jahren und zum ersten Mal mit Peter Krausch stattfand. Wir waren sehr produktiv, wiederholten alle Songs, die wir bisher mit Peter erarbeitet hatten und führten diese in einem bisher einmaligen Konzert zusammen, welches direkt am Sonntag nach unserer Heimkehr aus Mainz stattfand.

Im November glänzten wir zu „Hausen singt“ – ich denke, es dürfte jedem eine entscheidende Veränderung zu den vergangenen Jahren aufgefallen sein und im Januar wollte uns unser Bürgermeister Bernd Roth unbedingt beim Neujahrsempfang der Stadt singen hören – anscheinend haben wir uns auch bei ihm mit „Bohemian Rhapsody“ und „In der Bar zum Krokodil“ ins Herz gesungen.

Zur Zeit arbeiten wir an einem Musical über Gott, dass im Mai in der Jahrhunderthalle in Frankfurt mit zwei weiteren Chören und unzähligen Akteuren und Helfern aufgeführt werden soll. Die Songs sind von Mitgliedern der Andreasgemeinde Eschborn komponiert und getextet und von Peter arrangiert worden. Wir hatten jetzt gerade die 2 Probe und die Euphorie und Vorfreunde wird von Probe zu Probe größer.