Jahresbericht 2005

Im Januar 2005 hatte der Jugendchor einen Auftritt im Kreishaus in Dietzenbach. Es hätte eigentlich ein ganz ruhiger, bedeutungsloser Auftritt werden können, wenn die Veranstalter nicht die Auflage gemacht hätten, dass sich der Chor – wie auch einige andere Vereine und Gruppierungen – seine Tätigkeit dem Publikum vorstellen muss. Also mussten wir uns ein paar Gedanken machen: Wo, wann und wie häufig treffen wir uns? Was machen wir im Chor? (…) Weshalb singen wir im Chor? Wie sehen unsere Zukunftspläne aus?

Ja, die ersten Fragen gingen ja noch, das Warum und die Zukunft sahen allerdings sehr übersichtlich aus…

Das Warum lässt sich vielleicht noch erklären: Wir haben alle Interesse an der Musik, einige von uns singen auch leidenschaftlich gerne. Aber reicht das aus, um sich Woche für Woche zu treffen und auch wirklich Spaß dabei zu haben? Mir fiel auf, dass ich – obwohl ich schon mehr als ein Jahr zur Chorprobe kam – gerade einmal drei Personen so einigermaßen kannte, von einigen wusste ich nicht einmal den Nachnamen oder das grobe Alter.

Ja, und über die Zukunft ließ sich nur sagen, dass wir uns zum ersten Mal zu einer gemeinschaftlichen Unternehmung nach diesem besagten Auftritt verabredet hatten – wir besuchten die Kegelbahn hier im Hause. Wir haben uns endlich mal länger als 10 Minuten unterhalten und hatten viel Spaß. Tobias, der im Dezember neu in den Chor gekommen war, erzählte uns, dass es sich für ihn kaum lohne, jeden Mittwoch aus Hainhausen nach Obertshausen zum Chor zu kommen. Wir waren alle ein bisschen schockiert über diese Aussage, nach kurzer Überlegung konnten wir das Problem aber nachvollziehen, denn es war wieder genau die Frage nach dem Warum. Ich sagte zu ihm „Tobi, es lohnt sich immer!“

Eine Woche später, zur normalen Chorprobe, war die Aufregung sehr groß: „Robert, sag doch mal, was heißt denn ‚Telsi’?“ – ich hatte einige Tage vorher per E-Mail angekündigt, eine Initiative namens „Telsi!“ zu gründen. Die Neugier und Spannung war so groß, dass nach der Chorprobe acht Personen im Schanz in Mühlheim um mich herum saßen, um das Rätsel zu lüften. Ich sagte nur „Tobi, es lohnt sich immer!“, und damit war die „Telsi!“-Initiative gegründet – mit Schnitzel, Salat, Bier und Cola. Unser Ziel war ganz klar: wir müssen jede Woche für den Tobi einen neuen Grund liefern, weiterhin den langen Weg vom Rodgau bis hierher zu bestreiten, denn es lohnt sich immer! In den folgenden Wochen gingen wir gemeinsam Döner essen, Bowling spielen, besuchten verschiedene Kneipen, gingen gemeinsam ins Kino und feierten bei verschiedenen Chormitgliedern zu Hause. Auch zu Geburtstagsfeiern war der gesamte Chor eingeladen. Als absolutes Highlight sind wir, d.h. ein Teil des Chors –  im Sommer gemeinsam auf der Lahn Kanu gefahren, über drei Tage mit Zelten und Gitarre.

Das wäre aber ohne die moderne Technik nicht so einfach zu bewerkstelligen gewesen: Neben einem SMS-Verteiler, der über die aktuellen Neuigkeiten informiert und regelmäßigen E-Mails, die über das Geschehene berichteten, richteten wir für den Chor und „Telsi!“ eine Homepage ein, die schon bald von den Chormitgliedern und später auch von Freunden und Fans – schon fast euphorisch – genutzt wurde. Mittlerweile umfasst die Seite 1000 Fotos, 800 Gästebucheinträge und ca. 20 vorgeschlagene Termine und wird fast 30 Mal täglich aufgerufen, insgesamt 4900 Besucher waren seit März 2005 – also einem Jahr – auf der Homepage.

Durch den großen Zusammenhalt wurden auch unsere musikalischen Leistungen immer besser: Wir hatten einen Gastauftritt bei einem europaweit bekannten Queen-Musical, bei dem wir beim großen Finale die letzten beiden Songs unterstützten. Das Erlebnis war so prägend, dass wir heute noch davon schwärmen und guten Kontakt zu „MerQury“, der Queen-Cover-Band, halten und regelmäßig deren Konzert besuchen.

Dann hatten wir einen Auftritt bei der GOAB, einer Offenbacher Ausbildungsgesellschaft, die ihr 20jähriges Jubiläum feierte. Die Geschäftsleitung kannte uns vom Neujahrsempfang und war positiv von unserer Entwicklung innerhalb eines halben Jahres überrascht.

Das musikalische Highlight des Jahres bildete unser Chorwochenende, das zum ersten Mal nach fünf Jahren und zum ersten Mal mit Peter Krausch stattfand. Wir waren sehr produktiv, wiederholten alle Songs, die wir bisher mit Peter erarbeitet hatten und führten diese in einem bisher einmaligen Konzert zusammen, welches direkt am Sonntag nach unserer Heimkehr aus Mainz stattfand.

Im November glänzten wir zu „Hausen singt“ – ich denke, es dürfte jedem eine entscheidende Veränderung zu den vergangenen Jahren aufgefallen sein und im Januar wollte uns unser Bürgermeister Bernd Roth unbedingt beim Neujahrsempfang der Stadt singen hören – anscheinend haben wir uns auch bei ihm mit „Bohemian Rhapsody“ und „In der Bar zum Krokodil“ ins Herz gesungen.

Zur Zeit arbeiten wir an einem Musical über Gott, dass im Mai in der Jahrhunderthalle in Frankfurt mit zwei weiteren Chören und unzähligen Akteuren und Helfern aufgeführt werden soll. Die Songs sind von Mitgliedern der Andreasgemeinde Eschborn komponiert und getextet und von Peter arrangiert worden. Wir hatten jetzt gerade die 2 Probe und die Euphorie und Vorfreunde wird von Probe zu Probe größer.

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